Verein Pferd und Umwelt Linthgebiet und Glarnerland
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VPULG

 

Wissenswertes über Pferd und Umwelt

Ehrenkodex für das Reiten im Linthgebiet und Glarnerland

Durch korrektes Verhalten tragen Reiterinnen und Reiter (natürlich auch Fuhrleute und Pferdeführer zu Fuss) dazu bei, ein gutes Image zu pflegen, Verständnis zu wecken sowie Einschränkungen und Verbote zu vermeiden.

Genau so leidenschaftlich wie Pferdefreunde ihr Hobby betreiben, finden auch Gruppierungen wie Wanderer, Radfahrer, Jogger und andere ihren Ausgleich in der Natur und benutzen Strassen und Wege. Deshalb ist gegenseitiger Respekt und Rücksichtnahme wichtig, dies gilt auch gegenüber Landwirten und Waldbewirtschaftern.

Eine gute reiterliche Grundausbildung und ein umfassendes Wissen um das Pferd sind Voraussetzungen für unfallfreies und korrektes Reiten. Aus diesem Grund ist der Beitritt zu einer Organisation wie dem Verein Pferd und Umwelt VPU sinnvoll und verpflichtend.

Regeln im Gelände:

ü Meide wenn möglich stark frequentierte Spazierwege, neu erstellte oder sumpfige Wegstrecken.

ü Reite nur auf dem vorhandenen Wegnetz, lege keine eigenen Trampelpfade an.

ü Beachte unbedingt Absperrungen und Reitverbote.

ü Reite auf dem Weg und nicht auf der seitlichen Grasnarbe.

ü Reite nie über Felder - auch nicht über schneebedeckte, ohne ausdrückliche Erlaubnis des Feldbesitzers.

ü Nimm dein Pferd mindestens 30 Meter vor einer Begegnung in den Schritt und kreuze mit dem nötigen Sicherheitsabstand.

ü Ein freundlicher Gruss ist Anstandspflicht!

Regeln im Strassenverkehr:

ü Das Pferd ist im Strassenverkehr grundsätzlich dem motorisierten Verkehr gleichgestellt. Sie haben demnach die gleichen Regeln und die Signale zu beachten und dürfen nicht auf dem Trottoir gehen.

ü Reiter haben sich an den rechten Strassenrand zu halten.

ü Reiten zu zweit ist nur in einem geschlossenen Verband von mindestens sechs Reitern gestattet.
Sind mehr Reiter miteinander unterwegs, empfiehlt es sich, Personenwagen grosse Gruppen zu bilden, damit andere Verkehrsteilnehmer die Gruppe nicht in einem Mal überholen müssen, dabei unter Umständen stark beschleunigen müssen oder für längere Zeit eine Möglichkeit abwarten müssen und es so zu Verkehrsbehinderungen oder Unannehmlichkeiten kommen kann.

ü Nachts und bei schlechter Sicht müssen Pferde und Reiter von vorn und hinten mit gut sichtbarem gelben Licht sowie mindestens zwei Reflekt-Gamaschen ausgerüstet sein. Jegliches Leucht und Reflektzubehör, welches die Sichtbarkeit erhöht ist empfehlenswert und dient der Sicherheit von Reiter, Pferd und Umwelt.

ü Trottoirs sind für Fussgänger, Velowege für Radfahrer reserviert.
Hinterlässt dein Pferd Mist beim Begehen von Trottoirs oder Radwegen, sorge dich darum den Mist zu beseitigen, mindestens aber vom Geh- oder Radweg zu schieben.

ü Hunde sollten nur mitgeführt werden, wenn sie einen einwandfreien Gehorsam besitzen. Das berittene Führen an der Leine sollte funktionieren, sowie Pferd und Hund sollten sich für einen harmonischen Ausflug gut verstehen.

Wenn wir die Regeln für sicheres und korrektes Reiten befolgen, helfen wir mit, den Lebensraum für Pferd und Reiter zu erhalten. 

Verhaltenskodex Geländereiter des SVPS (Schweizerischer Verband für Pferdesport)

Verhaltenskodex Geländereiter des SVPS (Schweizerischer Verband für Pferdesport)
svps_verhaltenscodex_d.pdf (300.53KB)
Verhaltenskodex Geländereiter des SVPS (Schweizerischer Verband für Pferdesport)
svps_verhaltenscodex_d.pdf (300.53KB)

Begegnungen mit Pferden in der Umwelt - Informationen für Fussgänger, Strassenverkehrsteilnehmer etc.

Grundsätzlich gilt es bei Begegnungen mit Pferden folgendes zu bedenken: Pferde sind sehr sensible Tiere, sehen bei Tageslicht beinahe so gut wie Menschen (in der Nacht sogar besser). Sie riechen und hören mögliche Gefahren über grosse Distanzen, bevor sie der Mensch überhaupt wahrnehmen kann. Pferde sind Fluchttiere, ihr Instinkt treibt sie im Zweifelsfall zur Flucht, bevor sie sich nach ihrem Feind orientieren. Das Pferd stellt also gegenüber seinem Führer, Reiter oder Kutscher einen grossen Vertrauensbeweis dar, beispielsweise aufgrund eines vorbeirauschenden Lastwagens nicht in Flucht auszubrechen. Gerade junge Pferde in Ausbildung können unberechenbar sein, da ihnen die notwendige Routine und Erfahrung mit fremden Dingen und Geräuschen fehlt. Dies setzt einen ruhigen Umgang mit Pferden voraus und ein Bewusstsein dafür, wie sich 600kg in Panik bewegen können oder sich gar wehren (Steigen, ausschlagen, umrennen usw.).

Pferde im Strassenverkehr

Bei Begegnungen mit Pferden im Strassenverkehr muss die Geschwindigkeit des Fahrzeuges überdurchschnittlich angepasst werden. Es gilt die Distanz einzuteilen und frühzeitig abzubremsen und Reifen quietschen und Motor aufheulen absolut zu vermeiden. Beobachten Sie die Situation, das Pferd und seinen Reiter, Fahrer oder Führer genau und achten sie auch auf Handzeichen der Begleitperson des Pferdes. Lässt es die Situation zu, versucht der Reiter im Problemfall eine Lösung zu finden, um die Situation für alle Beteiligten zu entschärfen, z.B. von der Strasse abweichen, wenden, stehen bleiben usw. Überholen oder Kreuzen Sie je nach Strassenbreite mit mindestens 1.50 m Abstand. Sollte das Pferd scheuen oder möglicherweise sogar zur Seite ausbrechen, ist eine Kollision mit dem Fahrzeug nicht unwahrscheinlich, fahren sie daher also vorsichtig, bremsbereit und langsam am Pferd vorbei und halten sie dieses Tempo mindestens 10 meter nachdem sie das Pferd gekreuzt oder überholt haben. Sollte sich ein kreuzen oder überholen als Risiko darstellen, kann es allen Beteiligten helfen, kurz den Motor abzustellen und das Pferd vorbei gehen lassen. Pferd und Reiter werden es Ihnen danken, grüssen sie ruhig nach oder beim vorbeifahren. Je nach Risikosituation ist der Pferdeführer stark mit dem Pferd beschäftigt, nimmt aber eine freundliche Geste meist wahr und erwiedert dies dankend, hilft dies doch somit uns allen im täglichen Umgang miteinander.

 Pferde im Freizeitverkehr

Als Fussgänger
Begegnen Sie Pferden im Gelände, beobachten Sie die Situation, Pferde und Reiter, Fahrer oder Führer. Vermeiden Sie sich gutgemeint lautlos nähern zu wollen. Das Pferd ist ein Fluchttier, es wird Sie trotzdem hören und sich möglicherweise eher erschrecken. Vermeiden Sie jedoch auch Lärm und Schreie, wenn Sie einem Pferd begegnen. Nähern Sie sich von hinten einem Pferd machen Sie sich ruhig und bestimmt bemerkbar mit einem freundlichen Gruss funktioniert das am besten. Versuchen Sie nicht sofort das Pferd zu überholen, ein anständiger Reiter wird mit seinem Pferd platz frei machen, damit ein angenehmes Kreuzen oder Passieren möglich ist. Gehen Sie in jedem Fall nur im Schritttempo am Pferd vorbei. Auch in dieser Situation das Pferd und Begleitperson beobachten und die gesamte Situation berücksichtigen.

Auf dem Fahrrad oder mit Inlineskates

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Pferd wegen eines flinken Fahrrad- oder Inlineskatefahrers scheut ist grösser, je Grösser die Geschwindigkeit des rollenden Sportlers ist. Auch die Geräuschentwicklung der Räder und allfällige Vibrationen auf Asphalt können das Pferd verunsichern. Bremsen Sie frühzeitig ab und machen Sie sich auf hörbare Distanz mit einer Klingel oder einem Gruss bemerkbar. Kreuzen oder überholen Sie das Pferd mit einem Abstand von mind. 2m und achten Sie auf Tier und Mensch. 
Im folgenden Video ein Beispiel mit schwerwiegenden Folgen beim überholen eines Pferdes.


Wir haben ein Video auf YouTube gefunden, welches veranschaulicht was passieren kann, wenn ein Pferd sich ab einem Radfahrer erschreckt. Wir hoffen, dass keiner der Beteiligten verletzt wurde.